Samstag 18.Mai 2013, 10.34 Uhr, im Laubenweg am Ronhof

 

Start zum vorerst letzten Auswärtsspiel des Nocherstligisten zu den bayerischen Schwaben nach

 

Augsburg

Unser stellvertretender Busfahrer Harald steuert den 55-sitzer über die Einfahrt Ronhof, durch den Westen der Nachbarstadt, auf die A73 zum AK N&§!?“%g-Süd. Bei strahlendem Sonnenschein biegen wir ab auf die A6 und nach wenigen Kilometern bei Schwabach auf die Bundesstraße 2 Richtung Süden. Die Stimmung im Bus ist, trotz des schon lange feststehenden Abstiegs, locker und gelöst, einige Gesänge werden angestimmt und ein bestimmtes Getränk in der Bügelflasche findet regen Zuspruch.

Kurz nach elf Uhr erreichen wir den Autohof Röttenbach, wo uns der Conni aus Mühlstetten, nebst Anhang, schon erwartet. Bei der kurzen Pause wird einiges an deftigen fränkischen Köstlichkeiten gepunkert. Vielen Dank an Conni und Lisa.

Am Rande des Spalter Hopfenlandes entlang führt uns die B2 vorbei an Pleinfeld (Sommerrodelbahn, sehr zu empfehlen) und Weißenburg (hoch oben thront die Wülzburg) ins Altmühltal nach Donauwörth.

Anstatt auf die großzügige Umgehung abzuzweigen, fährt unser Chauffeur durch die verwinkelte Altstadt am Zusammenfluss von Donau und Wörnitz. Zu seiner Überraschung stehen wir am Ortsende vor einer niedlichen Brücke, die uns durch ihre zu geringe Durchfahrtshöhe von 3,5 Metern die Passage verweigert. Eine Wendemöglichkeit gibt es nicht und so muß Harald die Blechkiste, vom Vorstand abgesichert, mehrere 100 Meter im Rückwärtsgang zurück zur Landstraße bringen. Nachdem Toni wieder an Bord ist, fahren wir weiter auf der B16, bis wir endlich wieder in die B2 einfahren können. Der Kommentar unseres Busfahrers: "I hob mer dengt, mir hom ja nu gnouch Zeit."

 

Da die Fuggerstädter in ihrer Stadionordnung auch den Gäste- parkplatz zur alkoholfreien Zone erklärt haben, brauchen wir ein günstiges Plätzchen, um unsere Vesper genießen zu können. Nach einigem Suchen fällt die Wahl auf Stadtbergen, einen südwestlichen Vorort der Lechstadt.

Am heimischen Sportgelände findet Harald unter mehreren mächtigen Linden einen Schattenplatz für unser Gefährt. Den Biertisch aufgebaut, Brot, Würste, Gurken und Getränke serviert – fertig ist die Tankstelle für die 41 Mitgereisten.

Im Osten können wir die Flutlichtmasten des altehrwürdigen Rosenaustadions, in dem anno 1983 der Abstieg unseres Kleeblattes in die Bayernliga besiegelt wurde, erkennen. Der damals, so wie wir heute, bereits abgestiegene FCA, konnte es sich nicht verkneifen, uns durch ein 3:0 mit hinunter in die Tiefen des Amateurfußballs zu reißen. Es wäre Balsam für die etwas ältere Fürther Seele, wenn wir heute den Spieß umdrehen könnten. Doch dazu später.

Während wir uns also am kalten Büffet laben, hat auf dem Fußballplatz ein Spiel begonnen,  Weiß-Grün gegen Blau. Einige von uns schauen zu und wem Ihre Sympathie gehört muss wohl nicht extra betont werden.

Laute Anfeuerungsrufe, Gejohle und Geschrei begleiten das A-Klassenspiel der Reserve- mannschaften der TSG Stadt- bergen und des Kissinger SC. Nach etwa "anner vertl Stund" packen wir, unter schallendem Gelächter,  unseren Krempel zusammen und machen uns vom Acker, dieser Abstecher hat sich wahrhaftig gelohnt.

Nur noch acht Kilometer sind es bis zur SGL-Arena mitten in der Pampa und nach 15 Minuten rollen wir auf den großzügigen, gut gesicherten und bewachten Gästeparkplatz. Und hier wagen es einige ganz Mutige öffentlich ihr "Seidlein" zu trinken, mal sehen was geschieht. Kommen vielleicht Securitys und nehmen uns die Flaschen ab oder kommt sogar die Polizei und wir werden verhaftet? Nichts dergleichen passiert.

 

Zum Spiel:


Vor über 30 000 entwickelt sich ein spannendes Kampfspiel und schon in der Anfangsphase bekommen wir (oh, Wunder) sogar mal einen Strafstoß zugesprochen. Sicher versenkt der Eddi die Kugel, aber der „Unparteiische“ in Blau lässt wiederholen und jetzt scheitert der Derbyheld am gegnerischen Zerberus. In der 30. Minute gerät unsere Mannschaft durch einen Freistoß (wieder mal) in Rückstand.

10 Minuten nach dem Pausentee greift der Hesl bei einem Eckball gehörig daneben und schon klingelt es wieder. Kurz darauf gelingt Florian Trinks der Anschlusstreffer und die etwa 1000 Mitgereisten schöpfen neue Hoffnung. Aber: 15 Minuten vor Spielschluss lässt sich der Sobiech vernaschen und es steht 3:1 für die Gastgeber. Nun ist der Drops gelutscht, unsere Jungs stecken auf und der Gegner spielt die Partie leicht und locker zu Ende und bleibt in Liga 1.  Während die Einheimischen feiern, verabschiedet sich unser Team nur kurz von den mitgereisten Fans. Die Fürther Seele fügt sich klaglos ins Unvermeidliche, ärgert sich, wie schon so oft, über merkwürdige Schiedsrichter-entscheidungen und hofft auf bessere Tage in der zweiten Liga. 

 

Zurück am Bus beeilen wir uns, noch vor der Masse der feiernden Augsburger, die Heimfahrt anzutreten. Die Stimmung ist unaufgeregt, manche schlafen, andere diskutieren noch, welche Möglichkeiten in dieser Saison vergeben wurden. Am Autohof Röttenbach verabschieden wir die Mühlstettener und stellen kurz darauf fest:kein Bier mehr da, der Harald ist ausverkauft. Aber egal, die letzte halbe Stunde geht auch ohne, und kurz vor 20 Uhr verlassen wir den Frankenschnellweg an der Ausfahrt Poppenreuth in unserer geliebten KLEEBLATTSTADT.



 

FRED                                                                                                          Bilder