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Nexdes Heimschbiel

 

Samstag, 17. Oktober

 

13.00 Uhr

 

HAMBURGER SV


Erschdes

Auswärzschbiel

 

Freitag, 25. September

 

18.30 Uhr

 

ERZGEBIRGE AUE



Alle Informationen zu den Auswärtsfahrten findet Ihr auf der Seite Underwegs

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche fahren wir an die Elbe. Dieses Mal in den hohen Norden zum

 

FC ST. PAULI

 

Unsere Unterstützerfahrt beginnen wir am Donnerstag, den 28. März um 15.30 Uhr mit dem Wohnmobil an der Einfahrt Ronhof. Auf der A9 fahrend, lassen wir Bayreuth links, etwas später Hof rechts liegen. Wenige 100 Meter nach der Raststätte Frankenwald, mit seinem bemerkenswerten Brückenrasthaus, überqueren wir die ehemalige Innerdeutsche Grenze nach Thüringen. Etwa 50 Kilometer weiter passieren wir die Ausfahrt Lederhose (ja, die heißt wirklich so), durchfahren das Hermsdorfer Kreuz und nach knapp 260 Kilometern erreichen wir die Ortschaft Weißenfels. Der großzügige Parkplatz eines Einkaufszentrums lädt zum Übernachten ein. An der Imbissbude verspeisen wir hervorragende Thüringer Bratwürste vom Holzkohlegrill.

Am nächsten Morgen verlassen wir das Windmühlenland und zweigen westlich von Leipzig auf die A14 Richtung Nordwesten ab. Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt durchqueren wir das Land der Frühaufsteher, Sachsen-Anhalt. Am Kreuz Magdeburg nehmen wir die A2 in Angriff und an Braunschweig vorbei gelangen wir zur A7 im Osten der Niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Weitere 150 Kilometer sind zu bewältigen bis wir am frühen Nachmittag die zweitgrößte Stadt Deutschlands erreichen.

Auf der Werftinsel Steinwerder belegen wir mit unserem Gefährt in einer Sackgasse, in unmittelbarer Nähe zum Südeingang des Alten Elbtunnels, den letzten freien Parkplatz. Mit dem Aufzugkorb  geht‘s zum etwa 25 Meter unter dem Wasserspiegel gelegenen Grund des Tunnels hinunter. Auch viele Fahrradfahrer nutzen diese Möglichkeit zum Unterqueren der Norderelbe, selbst für Pkw (die zwei Euro löhnen müssen) sind Lastenaufzüge in den, im Jahre 1911 fertiggestellten Röhren, vorhanden. Gemütlich schlendern wir zum gut 400 Meter entfernten Nordeingang bei den St. Pauli Landungsbrücken. 15 Minuten später sind wir auf dem Heiligengeistfeld, auf dem gerade der vier Wochen dauernde Dom (bei uns heißt das Frühlingsfest) stattfindet.

Und jetzt bekommt man das besondere Flair dieses Stadtteiles zu spüren. In voller Montur spazieren wir zwischen den Buden und Karussellen unter hunderten von Braun-Weißen zum Millerntor, kein böser Blick, keiner pöbelt uns an, kein blöder Spruch und keiner bedroht uns. Wir führen etliche freundliche Fachgespräche und beim Abschied wünschen sie uns sogar noch viel Glück, auch für's Spiel.

Vor dem Gästeeingang, den die Vierbeiner der Staatsmacht dankenswerterweise vollscheißen, treffen wir auf ein Dutzend Mitglieder unseres Fan-Klubs, die mit der Bahn angereist sind. Die Einlasskontrollen der freundlichen Securitys sind sehr lasch, Speis und Trank gibt’s zu vernünftigen Preisen und das Zeug schmeckt sogar. Etwa 1500 Kleeblättler sind zur Unterstützung angereist, für einen Freitagabend, 600 Kilometer fern der Heimat, eine für Fürther Verhältnisse, sensationelle Zahl.

Zum Spiel:  

 

Vor über 28000 Zuschauern entwickelt sich ein kampfbetontes, packendes Spitzenspiel. Nach vier Minuten knallt Brosinski die Kugel an die Latte und nur wenig später klärt ein Hamburger Feldspieler auf der Torlinie. Auch die Kiezkicker haben zwei Chancen, die sie vergeben. Somit geht es ohne Tore in die Halbzeitpause. Nach einer guten Stunde gerät unsere Mannschaft nach einem Abwehrfehler in Rückstand. Aber unser Team wehrt sich: nach einer Freistoßflanke köpfen zunächst Röcker (75.) und kurz darauf  Azemi (78.) ein. Nach einer Unachtsamkeit unserer Idole erzielen die Gastgeber in der 85. Spielminute den Ausgleich zum letztendlich gerechten 2:2 Remis. 10 Gelbe Karten zeugen von einem rassigen Kampfspiel.

Durch zigtausende Braun-Weiße  marschieren wir fast unbelästigt durch die Reeperbahn.  Nur der Türsteher eines Etablissements ruft uns zu: „Hey Fürther, komm rein und bring auch deine Alte mit“. Unser Präsident Doni hat im Speiselokal Schweinske Plätze reserviert. Dort feiern wir den Punktgewinn und verbringen in bekannter Gesellschaft den Abend. Gegen Mitternacht schleppen wir uns, leicht angeschlagen, die zwei Kilometer zurück zu unserem rollenden Zuhause, wieder durch den Elbtunnel.

Der Tag darauf, 29. März, ist ein bedeutungsvoller Tag: das hundertjährige Jubiläum der 1. Süddeutschen Meisterschaft unseres Vereins steht an. Dazu versammeln wir uns auf einer Aussichtsplattform am Elbufer, um das fotografisch festzuhalten.

Nachmittags genießen wir die Sonne in den Liegestühlen am Strand Pauli, bis die Aida mit dem Signalhorn ihr Auslaufen verkündet. Am Abend treffen wir uns wieder im Schweinske, um den historischen Sieg von vor hundert Jahren  gebührend zu feiern. Beim Dinieren ereignet sich ein kleiner Unfall, wodurch wir einen Leichtverletzten und etwas Kollateralschaden zu beklagen haben. Auch dieser Abend endet erst kurz vor Mitternacht und wieder wackeln wir durch den Kiez und den Elbtunnel zu unserem WoMo.

Natürlich nur bedingt durch die Umstellung auf Sommerzeit kommen wir erst gegen elf Uhr weg und treten die Heimfahrt an. Über die Köhlbrandbrücke, die mit über 3600 Metern zweitlängste Straßenbrücke der Republik, verlassen wir die Hansestadt in schwindelerregenden 135 Metern Höhe auf der A7 Richtung Süden.

Gegen Mittag lockt uns ein Hinweisschild an der Ausfahrt 44 Soltau-Ost, zum Panzer- museum nach Munster in der Lüneburger Heide. Über zwei Stunden besichtigen wir die Exponate, darunter die legendäre 8,8 cm  Flugabwehrkanone und den mit Mythen behafteten Panzerkampfwagen Tiger. Bei der An-und Abfahrt auf der B71 sehen wir im Wald einige Wohnmobile mit eindeutigen Angeboten stehen.

Wieder mal schreckt uns die grausame Rüttelstrecke der A7 zwischen Hannover und Göttingen ab und so weichen wir diesmal auf die A2 aus, um über Bielefeld und Paderborn zur A44 zu gelangen. Im uns wohlbekannten Breuna, unweit der Autobahn im hessischen Bergland gelegen, verbringen wir am Hallenbad eine traumhaft ruhige Nacht. Ab Montag früh sind noch 330 Kilometer zu bewältigen die wir um 13.30 Uhr abgerissen haben. Nach fünf Tagen und 1369 Kilometern, mit einem Punkt im Gepäck, erreichen wir an der Ausfahrt Ronhof, vermutlich als letzte Rückkehrer, unsere geliebte KLEEBLATTSTADT.

 

FRED und FREDIN                                                                                        Bilder