Suvill woarn scho dou

 
 
 
 
 

DFB-Pokal, 1. Runde

 

11. - 14. September

 

Gegner noch nicht bekannt


Erschdes Heimspiel

18. - 21. September


Erschdes Auswärdsspiel

25. - 28. September

 



Alle Informationen zu den Auswärtsfahrten findet Ihr auf der Seite Underwegs

3. Deutsche Meisterschaft

 

28. Juli 1929

 

Nach einer unglaublichen Vorrunde, in der unser Kleeblatt eigentlich schon ausgeschieden war, erreichte unsere Mannschaft doch noch das Endspiel gegen Hertha BSC Berlin.

 

 

 

Die "Experten" tippten auf einen glatten Sieg der Spielvereinigung, zumal man das Spiel nach Nürnberg vergeben hatte. Die Berliner wurden wegen dieser Maßnahme beim DFB vorstellig und protestierten, aber es blieb dabei: Es wurde in Nürnberg gespielt. Die Berliner waren stocksauer, aber sie traten an.

Vor 50 000 begeisterten Zuschauern standen sich im Stadion bei schönstem Wetter folgende Spieler gegenüber:

SpVgg Fürth: Neger, Hagen, Krauß I, Röschke, Leinberger, Krauß II, Auer, Rupprecht, Franz, Frank, Kießling

Hertha BSC Berlin: Gelhaar, Domscheit, Schulz, Ruch, Sobek, Fritze, Lehmann, Kirsei, Leuschner, Müller, Völker

Die Berliner wurden vor dem Spiel von den Fotografen gebeten, sich für ein Mannschaftsbild aufzustellen, was jedoch aus Aberglauben abgelehnt wurde. Die Fürther allerdings waren — was konnte schon passieren — die Ruhe selber und ließen sich zur Erinnerung an dieses Ereignis lächelnd ablichten.

Doch die innere Spannung konnten auch sie nicht verbergen. Die ersten Spielminuten zeigten das ganz deutlich. Schließlich führten sie nach einem Fehler Gelhaars, der einen Kopfball Auers passieren ließ, doch 1:0.

Die Freude war riesig. Aber die Berliner mischten mit, griffen an und deckten vielbeinig. Der Kampf wurde von Dr. Peca Bauwens geleitet, dem späteren DFB-Präsidenten. Der Doktor, ansonsten ein anerkannter Fachmann in Sachen Fußball, erlaubte sich eine klare Fehlentscheidung. Als Auer bei einem Durchbruch im Strafraum der Berliner von Domscheit ganz klar gelegt wurde, verweigerte er den Fürthern den fälligen Elfmeter. Ein Höllenspektakel brach los. Einen "schöneren Elfmeter" gab es nicht, wurde erklärt. Die Berliner waren dem Schwarzkittel dafür dankbar, griffen stürmisch an und schossen noch vor der Pause durch Hanne Sobek den Ausgleich.

 

 

Im zweiten Durchgang wurde das Spiel noch aufregender. Franz wurde verletzt, schied kurz aus, kam aber wieder. Hagen musste ebenfalls eine Zeitlang pausieren, kämpfte aber wieder mit. Die Berliner brachten eine unnötige Härte ins Spiel, die Fürther reagierten zunächst empfindlich. Da aber Urbel Krauß, Hagen und Leinberger wussten, wie man Affen Zucker gibt, egalisierte man die Treterei etwas. Georg Frank schoss erneut die Führung heraus. Nicht lange danach war es wieder Sobek der den Ausgleich schaffte. Das war nicht erwartet worden. Um es kurz zu machen: Karl Rupprecht verwertete eine präzise Vorlage von Franz und erzielte den 3:2-Endstand. Die SpVgg Fürth war zum dritten Male deutscher Fußballmeister!

Wieder waren die Berliner nur zweiter Sieger. Viermal in Folge im Endspiel, viermal verloren, das war hart. Die Mannen um Sobek waren natürlich sehr verärgert. Das artete dann in der Presse fast zur Verleumdung aus. Man sei betrogen worden, wurde erklärt. Es wurde aber verschwiegen, daß Dr. Bauwens das grobe Foul an Auer "übersehen" hatte und eine mögliche 2:0-Führung der Fürther verhinderte. Das hätte nämlich bereits die Entscheidung sein können.